HEIM@LOSigkeit – Theaterprojekt
an der HLW in Kufstein mit Schülerinnen


Zeitraum: 14.10.2010 – 30.06.2011
Ort:  HLW Kufstein
Alter: 17-18 Jahre
Teilnehmer Anzahl: 22 Teilnehmerinnen
Inhalt: Migration, Integration an Hand der eigenen (Familien)Biografien
Projektleitung: Mag. Peter Salvenmoser, Nicole Titus

Im Rahmen des Projektes „fluchtWEGe“ und inspiriert von der Wanderausstellung „Vielfalt daheim in Tirol“  (JUFF – Fachbereich Integration der Tiroler Landesregierung) – bei der ich auch als Vermittlerin tätig war zu diesem Zeitpunkt - kam die Idee auf, zu diesen Themen auch an Schulen theaterpädagogische Workshops zu geben und somit auch an der HLW (= Höhere Bundeslehranstalt für Wirtschaftliche Berufe) in Kufstein.

Die spielerische Veranschaulichung von Migration an Hand der eigenen Familien Biografie lässt dieses Thema nicht mehr als einen abstrakten Begriff erscheinen, sondern zeigt, dass Migration immer und überall stattfindet.
Ziel dieses Projektes war es einerseits den Schülerinnen ein Gefühl für andere Kulturen zu vermitteln und andererseits sie dazu anzuregen sich mit ihren eigenen Sicht- und Denkweisen vermehrt kritisch auseinanderzusetzen.

Das Projekt war in fünf Einheiten gegliedert:
1. Einheit, am 14.10.2011, Dauer ca. 2 Unterrichtsstunden
Inhalt: Spiele die zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Denk- und Verhaltensweisen basierend auf verschiedenen Kulturen anregen.
2. Einheit, am 12.04.2011, Dauer ca. 4 Unterrichtsstunden
Inhalt: Auseinandersetzung mit dem Thema „Migration“ an Hand der eigenen Biografie; Migrationsgeschichte in Österreich: Fakten und Zahlen
3. Einheit, am 28.04.2011 und am 30.06.2011, Dauer insgesamt ca. 6 Unterrichtsstunden
Inhalt: Improvisationsspiele
Ziel: fördert Offenheit, Spontanität, Mut und selbstbewusstes Auftreten vor einer Gruppe
4. Einheit, am 30.06.2011: Improvisationsspiele (Zusatztermin auf Wunsch der Schülerinnen)
5. Einheit: freiwilliger Theater Besuch im Juli von „fluchtWEGe“ mit der Möglichkeit zu einem gemütlichen Austausch mit den SchauspielerInnen nach der Aufführung.

Jede Einheit startete mit einem ausführlichen körperlichen Aufwärmtraining. Die Schülerinnen erhielten dadurch u. a. auch Einblicke in richtige Atem-, und Sprechtechnik.
Danach folgte eine Einführung in die jeweilige Thematik der Einheit.

Interessant war zu beobachten, dass die Schülerinnen zwar nach ihren eigenen Angaben zu Folge schon viel zu diesen Themen (Migration, Kulturen etc.) gemacht haben, aber dennoch bei manchen Schülerinnen nach wie vor gewisse Ressentiments gegenüber „Ausländern“ vorhanden zu sein schienen. Interessant war auch zu beobachten, dass Schülerinnen mit Migrationshintergrund in der Klasse dennoch sehr gut integriert sind und die Klasse eine sehr gute Klassengemeinschaft zu haben schien. Den Schülerinnen ist selbst aufgefallen, dass sie das, was sie nicht verstehen, wie z.B. wenn zwei Männer neben ihnen Türkisch sprechen in einem Geschäft, beängstigt. Würden diese beiden Männer aber Deutsch oder Englisch, also eine Sprache, die die Schülerinnen verstehen, sprechen, würden sich die Schülerinnen nicht bedroht fühlen. Sinn und Zweck der theaterpädagogischen Spiele zum Thema „Multikulti“ ist es, sich u.a. mit diesen persönlichen Ängsten in einem sicheren Rahmen völlig wertfrei auseinanderzusetzen. Dieses Ziel wurde erreicht.

Photo Credit: Mag. Peter Salvenmoser