Theater in der Schule  - Eine Begegnung zwischen Schülerinnen der HLW Kufstein und spectACT - Verein für politisches und soziales Theater e. V.


In welchen Beziehung(en) steht der Mensch? Zu sich selbst? Zu seinen Mitmenschen?
Mit diesen Fragen setzten sich die Schülerinnen der 4b der HLW in Kufstein von Mitte März bis Mitte Mai auseinander und entwickelten dazu zusammen mit der Theaterpädagogin Nicole Titus und ihrer Kollegin Kevser Duran (Schauspielerin des Theaterprojektes „fluchtWEGe“ 2011/12) eine Szenen Collage, welche am 11.05.2012 im Turnsaal der HLW vor einem internen Publikum präsentiert wurde. 

Das Theaterprojekt ist Teil der bundesweiten Initiative „Culture Connected“ des BMUKK und KulturKontaktAustria (http://www.culture-connected.at/home/). „Die Initiative unterstützt Schulen und Kultureinrichtungen bei der Realisierung von Kooperationsprojekten zu allen Themen von Kunst und Kultur. Die Beschäftigung mit Kunst und Kultur im Unterricht fördert die Kreativität und regt zu kultureller Partizipation und zum interkulturellen Dialog an. Dieser Dialog im Schulalltag trägt wesentlich zum interkulturellen Verständnis und zu mehr Toleranz auch außerhalb der Schule bei. Die Kooperation mit Kultureinrichtungen bietet Erfahrungen im Erleben von Kunst und Kultur und erweitert den Lernort Schule.“  (Dr. Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur)

Das Projekt in Kufstein war in vier Einheiten unterteilt.
In der ersten Einheit ging es darum, die Schülerinnen an das Metier „Theater“ heranzuführen und sie für die Bühne mittels Schauspiel-, Improvisations-, Sprechtechnik- und Atemübungen fit zu machen. Für die meisten Schülerinnen war es das erste Mal, dass sie auf der Bühne standen und so war die Scheu am Anfang noch sehr groß. Aber im Laufe der Zeit konnte die Scheu abgelegt werden. Während der zweiten Einheit stand die Auseinandersetzung mit dem Thema „Beziehung(en)“ im Vordergrund. Welche Beziehung(en) gibt es? Welche Aspekte und Unterpunkte beinhaltet das Thema? Nach einem Brainstorming entschieden sich die Schülerinnen sich auf das Thema „Eifersucht“ in Beziehungen zu konzentrieren und dazu Szenen und Texte zu entwickeln.

Mittels kreativem Schreiben entstand eine Vielzahl von kleinen Szenen, welche dann in Kleingruppenarbeit während der dritten Einheit von den Schülerinnen selbstständig erarbeitet, geprobt und dann vor der gesamten Klasse aufgeführt wurden. Da nicht alle Szenen in das Stück aufgenommen werden konnten, war es nötig aus der Vielzahl der Ideen und kreativen Entwürfe die besten Szenen auszuwählen. Die Dramaturgie der Szenen Collage legten die Schülerinnen selbst fest.

Im Abschlussgespräch mit den Schülerinnen wurde deutlich, dass sie an dem Projekt als Klasse gewachsen sind, die Klassengemeinschaft gestärkt wurde und Schülerinnen, die sonst eher ruhiger sind, mehr aus sich heraus gegangen sind. Wollte der Großteil der Schülerinnen in der ersten Einheit nicht auf der Bühne stehen, standen am Schluss alle auf der Bühne und genossen es sichtlich. Weiters wurde auch als positiv angemerkt, dass die Cliquen Bildung in der Klasse aufgeweicht wurde und die  Schülerinnen die Aufgabe hatten mit Schülerinnen mit denen sie sonst eher weniger in der Klasse zu tun haben, zusammen zu arbeiten, um Szenen für das gemeinsame Stück zu entwickeln.
Auch die Projektleitung ist äußerst zufrieden mit dem Ergebnis und der Entwicklung der Schülerinnen.

Photo Credit: Sissi Richter